Fiasko Records

Gnomus reviews in German

Jazz Podium
4/2002

Experimentierende, spontan improvisierte Musik, die auf Ambientsound und Sampletechnik aufbaut, aber dann (elektro-)akustisch aufgebrochen wird, machen Kari Ikonen, kb, Mika Kallio, perc, und Esa Onttonen, string instruments, unter dem Bandnamen Gnomus (Fiasko Records FRCD-1). Sie rechnen "free jazz, radiophony, modalism and cacophony" zu den Komponenten ihrer Klanglandschaften. Radiophonie heißt dabei das Nutzen der Geräusche, Töne, Stimmen, Musiken und Signale aus dem Rundfunkempfänger, an dessen Sendersuchknopfs während der Performance gedreht wird. Die Schlichtheit des Ambientsounds wird so durch den Einbruch des Zufalls und heftige solistische Gegenwürfe umgegraben. Gnomus reagiert auf die individuelle Atmosphäre der Auftrittsorte und bezieht die lokale Akustik in die musikalische Entwicklung mit ein. Vorliegende CD entstand in der Mikael Agricola-Kirche in Helsinki, was ein bisschen zu Sakralkitsch am Anfang verleitete - doch schon bald ging es schnell in widerspenstigere Richtungen.

Frithjof Strauß